Wolfsgebiet Schermbeck

Ein erster genetischer Hinweis auf einen Wolf im Kreis Wesel konnte an einem Schafriss vom 13.04.2018 bei Schermbeck-Bricht erbracht werden. Mit einem zweiten genetischen Nachweis im Juni 2018 anhand einer Wolfslosung (Kot) konnte ein Wolf individualisiert werden: Es handelt sich um einen weiblichen Abkömmling mit der Kennung GW954f aus der niedersächsischen Wolfsfamilie bei Schneverdingen. Aufgrund genetischer Ähnlichkeit zum Befund vom April 2018 geht das Landesumweltamt (LANUV NRW) davon aus, dass es sich um ein und dasselbe Tier handelt, das mittlerweile offenbar standorttreu geworden ist. Um Klarheit in Bezug auf einen möglichen sesshaften Wolf in der Region Wesel zu erhalten, hat das LANUV das Monitoring verstärkt und u.a. Fotofallen in diesem Bereich eingesetzt.

Vor diesem Hintergrund hat das Umweltministerium NRW in dem betreffenden Landschaftsraum mit Wirkung zum 01.10.2018 erstmals ein "Wolfsgebiet" in Nordrhein-Westfalen ausgewiesen. Zusätzlich wurde im Umfeld des Wolfsgebietes mit Wirkung zum 20.12.2018 eine „Pufferzone um das Wolfsgebiet“ ausgewiesen. Ein Wolfsgebiet wird bei einer festen Ansiedlung von Wölfen ausgewiesen, das heißt wenn ein Wolf über die Dauer von einem halben Jahr mehrfach in einem Gebiet nachgewiesen werden kann.

Abgrenzung des "Wolfsgebietes Schermbeck" mit umliegender Pufferzone

Das "Wolfsgebiet Schermbeck" mit umliegender Pufferzone umfasst einen bedeutenden Anteil des Naturparks Hohe Mark mit seinen ausgedehnten Wäldern und angrenzenden Kulturlandschaften. Nach Westen hin erstreckt sich das Wolfsgebiet bis zum Rhein, im Süden bis zur A2. Die aktuellen Wolfsnachweise liegen überwiegend inmitten dieses Gebietes mit einem Schwerpunkt in Bottrop, Dinslaken, Hünxe und Schermbeck.

Eine Karte des "Wolfsgebietes Schermbeck" mit umliegender Pufferzone findet sich hier.

Die Abgrenzung des "Wolfsgebietes Schermbeck" umfasst auf einer Fläche vom 957 km² folgende Städte beziehungsweise Gemeinden vollständig oder teilweise (Teilbereiche in Klammern):

  • Kreis Wesel: Schermbeck, Hünxe, Dinslaken, Voerde, Wesel (nur der rechtsrheinische Teil), Hamminkeln
  • Kreis Kleve: Rees (im Nordwesten bis zur B 67)
  • Kreis Borken: Raesfeld
  • Kreis Recklinghausen: Dorsten
  • Kreisfreie Stadt Bottrop (nur der Teil nördlich der A2)
  • Kreisfreie Stadt Oberhausen (nur der Teil nördlich der A2/A3).

Die umliegende „Pufferzone um das Wolfsgebiet“ umfasst auf einer Fläche von 2805 km²die umliegenden Gemeinden. Die Autobahnen A 2 bzw. A 3 und A 42 bilden die südliche Grenze der Pufferzone, da die genannten Autobahnen nach Einschätzung des LANUV für den Wolf eine nahezu unüberwindliche Barriere darstellen.

  • Kreis Borken: Städte Bocholt, Borken, Isselburg, Rhede, Velen, Gemeinden Heiden und Reken.
  • Kreis Kleve: Städte Emmerich am Rhein, Geldern, Goch, Kalkar, Kevelaer, Kleve, Rees (nordwestlich der B 67), Straelen, Gemeinden Bedburg-Hau, Issum,
  • Kerken, Kranenburg, Rheurdt, Uedem, Wachtendonk, Weeze.
  • Kreis Recklinghausen: Städte Datteln, Gladbeck (nördlich der A 2), Haltern am See, Herten (nördlich der A 2), Marl, Oer-Erken-schwick, Recklinghausen (nördlich der A 2).
  • Kreis Wesel: Städte Kamp-Lintfort, Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg, Wesel (linksrheinischer Teil), Xanten, Gemeinden Alpen und Sonsbeck.
  • Kreisfreie Stadt Duisburg (nördlich der A 42).
  • Kreisfreie Stadt Gelsenkirchen (nördlich der A 2).
  • Kreisfreie Stadt Oberhausen (nordwestlich der A 3/A 2).

Die Ausweisung eines Wolfsgebietes ist insbesondere für die Nutztierhaltung von großer Bedeutung, da das Land Nordrhein-Westfalen in diesen Bereichen auf der Grundlage der "Förderrichtlinie Wolf" vorbeugende Maßnahmen zum Herdenschutz fördert. Anträge auf Entschädigung der durch einen Wolf verursachten Schäden sowie Anträge auf Förderung von Herdenschutzmaßnahmen können im Fall des "Wolfsgebietes Schermbeck" - aufgrund der regierungsbezirks-übergreifenden Abgrenzung - bei der Bezirksregierung Münster als zuständige Bewilligungsbehörde (dort bei dem für die Naturschutzförderung zuständigen Dezernat 51) gestellt werden.

Derzeit werden die Förderrichtlinien Wolf fortgeschrieben, um eine bessere finanzielle Unterstützung der Weidetierhaltung zu ermöglichen. So sollen dann auch im Bereich der umliegenden Pufferzonen in Nordrhein-Westfalen zukünftig ebenfalls Präventionsmaßnahmen förderfähig werden. Anträge auf Förderung von Herdenschutzmaßnahmen sind dann – ab dem in Krafttreten der fortgeschriebenen Förderrichtlinien Wolf – auch für die umliegende Pufferzone möglich und können bei der Bezirksregierung Münster als zuständige Bewilligungsbehörde (dort bei dem für die Naturschutzförderung zuständigen Dezernat 51) gestellt werden.

Ansprechpartner Bezirksregierung Münster

Maike Fritz, email: maike.fritz@brms.nrw.de, tel: 0251 411 1552

Postanschrift:
Bezirksregierung Münster
Maike Fritz
Dezernat 51 - Natur- und Landschaftsschutz, Fischerei
Nevinghoff 22
48147 Münster

Hier finden Sie die Antragsformulare:

Ansprechpartner / Wolfsberater vor Ort

Im Bereich des "Wolfsgebietes Schermbeck" stehen für Hinweise auf Wölfe sowie für eine erste Beratung bei Nutztierrissen die örtlichen Wolfsberater sowie das LANUV als Ansprechpartner bereit.

Für den Bereich des "Wolfsgebietes Schermbeck" stehen aktuell drei Herdenschutz-Sets bereit und können kurzfristig von betroffenen Tierhaltungen bei der Biologischen Station des Kreises Recklinghausen e.V. in Dorsten ausgeliehen werden.

Ansprechpartner Hohe Mark-Set:

Biologische Station Kreis Recklinghausen e.V.
Tel.: 02369-77505
E-Mail: biostation-re@t-online.de